Konflikte sind kein Grund zur Panik, sondern Gelegenheiten, um neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
Konflikte gehören zum Alltag – im privaten wie auch im beruflichen Kontext. Sie lassen sich nicht vermeiden, aber wir sind bei der LebensSpuren GmbH davon überzeugt, dass sie sich durchaus konstruktiv gestalten lassen.
Und genau darauf zielte unser diesjähriger 2. Klausurtag ab:
„Es geht nicht darum, um jeden Preis Konflikte zu verhindern. Es geht darum, vorbereitet zu sein und das nötige Handwerkszeug zu haben, wenn ein Konflikt auftritt und damit einen geschützten Raum für schwierige Gespräche langfristig zu sichern.“
Als Jugendhilfeträger wollen wir uns nicht scheuen, auch kritische Themen anzugehen.
Bei Themen wie Umgang mit Kritik, Konfliktbewältigung und der Umgang mit unterschiedlichen Meinungen ist eine externe, professionelle Begleitung besonders wertvoll, weil sie einen geschützten Raum schafft, in dem alle Perspektiven sicher gehört und strukturiert bearbeitet werden können. In der Kinder- und Jugendhilfe ist es von zentraler Bedeutung, konfliktfähig zu bleiben, um nachhaltig und langfristig kindeswohldienliche Entscheidungen treffen zu können – dazu gehört auch, die eigene Kritikfähigkeit immer wieder zu prüfen und gegebenenfalls neu herzustellen.
Deshalb wieder mit dabei:
Kommunikationscoach Thomas Beyer t-beyer.com, der nicht nur Methoden, sondern auch eine Haltung mitbringt, die es uns ermöglicht, festgefahrene Muster zu erkennen, drohenden Eskalationen früh entgegenzutreten oder sie zu unterbrechen – und im Zuge dessen konkrete, praxisnahe Handlungsalternativen zu entwickeln. Definitiv eine bessere Strategie, anstatt im „Rechthaben“, „Beleidigtsein“ oder „Vermeiden“ stecken zu bleiben!
Thomas Beyer stellte Fragen mit uns ins Licht:
· Wie früh bemerken wir eigentlich, dass sich bei uns und im Umgang mit anderen etwas verändert?
· Machen wir uns überhaupt ein detaillierteres Bild davon, was der andere wohl denkt, meint oder beabsichtigt?
· Und was verändert sich, wenn wir bereit sind, alte Muster zu verlassen und die Perspektive zu wechseln?
Gerade dieser Perspektivwechsel wurde zu einer der eindrücklichsten Erfahrungen an diesem Teamtag. Es zeigte sich nämlich unmittelbar, wie sich der Blick auf eine Situation verändert, wenn neben der eigenen Sicht auch die Sicht des Gegenübers Raum bekommt oder einfach mal verschiedene Hypothesen ins Feld geführt werden.
„Storytelling“ bringt Bewegung ins Spiel und neue Sichtweisen. Da entsteht plötzlich ein zirkuläres Verständnis von Verhalten. Der Deutungsraum erweitert sich enorm. Es verändert sich auch Haltung – vom Verurteilen zur Neugier und damit vom problemzentrierten zum lösungszentrierten Verhalten.
Hypothesen mischen festgefahrene Wirklichkeitskonstruktionen auf und ganz plötzlich entstehen da andere Fragen, andere Reaktionen und sogar neue Möglichkeiten für Annäherung und Klärung.
Besonders spannend waren die Momente der Erkenntnis, welche Wirkung das Bewusstwerden unterschiedlicher Handlungsalternativen beim Auftreten eines Konfliktes auf einen selbst und auf andere haben kann. Thomas Beyer macht Reaktionsmuster deutlich und weckt gleichzeitig die Neugier, auch mal andere Handlungsoptionen auszuprobieren. So wird aus einem vertrauten Reaktionsmuster eine bewusste Entscheidung – und damit wächst der Handlungs- und Reaktionsspielraum.
Ein erster Impuls ist dann nur eine der Möglichkeiten, aber nicht die einzige Möglichkeit. Schluss folglich darf man die eigene Perspektive klar vertreten, sollte aber gleichzeitig neugierig auf die andere bleiben.
Die Bearbeitung dieser Themen – gerade auf Leitungsebene – legt den Grundstein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein lebendiges Miteinander, damit beides anschließend in der Zusammenarbeit in sämtlichen Bereichen der LebensSpuren spürbar werden kann.
Auch unserer Kritikfähigkeit ging Thomas Beyer auf den Grund, als im weiteren Fokus die Frage stand, wie wir Kritik üben können, so dass Beziehungen damit gestärkt, anstatt belastet zu werden; und wie wir im Miteinander Gesprächsräume schaffen, die neue Lösungen ermöglichen, wenn’s schwierig wird.
Man kann Kritik souverän äußern und dabei den Fehler oder den Stein des Anstoßes benennen. Dass sich gesellschaftspolitisch inzwischen die verbesserungswürdige Variante auf dem Vormarsch befindet, und einem Menschen bei Kritik nicht der konkrete Fehler zurückgemeldet wird, sondern ihm vermittelt wird, er selbst sei insgesamt ein Fehler, ist ohnehin zutiefst problematisch.
In der Kinder- und Jugendhilfe haben wir eine Vorbildwirkung. Wir sollten es daher nicht nur selbst lernen, sondern dann auch an die jungen Menschen weitergeben, unterschiedliche Positionen auszuhalten, Grenzen deutlich zu machen und trotzdem miteinander im Gespräch zu bleiben.
Natürlich kann man auch gehen und sich abwenden, wenn die zuvor eingesetzten Strategien nicht greifen wollen und es notwendig ist, eine Grenze zu ziehen. Distanzierung kann an der ein oder anderen Stelle durchaus auch als ein Akt der Professionalität verstanden werden und nicht unbedingt des Scheiterns. Vor allem dann, wenn man ansonsten Kompromisse eingehen müsste, die man fachlich und moralisch nicht tragen kann oder wenn Werte und sogenannte Leitbilder dauerhaft verletzt werden. Fakt ist, Unterschiede und Reibung gehören zum Leben! Die Reibung selbst bringt uns nicht weiter, aber das, was wir daraus machen!
Unser Resümee rückblickend auf den Klausurtag:
Schnell war eine Atmosphäre da, in der wir gemeinsam ausprobieren, hinterfragen und konzentriert an den eigenen Themen arbeiten konnten. All das mit viel Expertise, Engagement und Freude.
Und für unseren Kommunikationscoach haben wir auch eine Rückmeldung:
Lieber Thomas,
Du hast für uns Kommunikation erlebbar gemacht mit enormem Wissen und Deiner wertschätzenden Persönlichkeit, mit behutsamen Übungen, mutigen Experimenten, einer ordentlichen Portion Humor und gemeinsamer Reflexion.
Das Ergebnis davon war am Ende des Tages, dass wir von Dir praxisrelevantes Rüstzeug für den Berufsalltag bekommen haben, aber auch für unsere ganz eigene persönliche Entwicklung. Es gab keinen referierten Theorieballast, sondern Tools, die man noch am selben Tag ausprobieren kann.
Danke, Thomas, für Deine gewinnbringende Art und Begabung, Deine fachliche Expertise so wirkungsvoll und mit Humor mit uns zu teilen. Du hast das Team der LebensSpuren GmbH und unsere Arbeit damit so bereichert.







