Jahrestagung 2026

Rückblick auf unsere Jahrestagung

LebensSpuren von 0-18
Sexualentwicklung von Anfang an begleiten

Unsere diesjährige Jahrestagung der LebensSpuren GmbH am 21. April 2026 stand ganz im Zeichen eines offenen, wertschätzenden und fachlich bereichernden Austauschs. Gemeinsam mit dem Team der pro familia Mainz durften wir einen Input ermöglichen, der nicht nur inhaltlich überzeugt hat, sondern auch durch eine zugewandte und angenehme Atmosphäre getragen war.

Das Hinterconti in Bretzenheim bot dafür den passenden Rahmen. Einladendes Ambiente und beste fachliche Bedingungen zum Tagen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten konkrete Impulse und praxisnahe Anregungen mit nach Hause nehmen. In den Pausen war Zeit für wertvollen Austausch und Vernetzung unter all den pädagogischen Expert*innen. Tag für Tag kümmern sich diese mit großem Engagement um die jungen Menschen, die bei den LebensSpuren untergebracht sind.

Im Mittelpunkt stand dieses Mal die Frage, wie die untergebrachten jungen Menschen in unseren familienanalogen Angeboten in ihrer Sexualentwicklung sensibel, altersgerecht und stärkend begleitet werden können. 

Es braucht Fachkräfte an der Seite junger Menschen, die dabei unterstützen, eine Sprache für das zu entwickeln, was im Inneren geschieht, damit es auf angemessene Weise nach außen getragen werden kann. Sexuelles Erleben und der Umgang damit im Erwachsenenalter sind wesentlich davon geprägt, wie Bezugspersonen junge Menschen in deren Entwicklungsphasen von klein auf begleitet haben.  

Das Thema Sexualentwicklung ist mehrgenerational geprägt. Eigene Erfahrungen beeinflussen auch unsere pädagogischen Fachkräfte über Generationen hinweg und sind am Ende entscheidend, wie kindliche Perspektiven eingeordnet werden können. Perspektiven, die nicht automatisch auch der Lebenswelt unserer jungen Menschen entsprechen. Es ist in der Verantwortung der Träger, Fachkräfte in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für das Thema Sexualentwicklung zu sensibilisieren. Nur dann können sie reflektieren, ob sie in der Lage sind, bewusst die eigene „Erotikbrille“ abzusetzen, um wirklich zu verstehen, aus welchem Bedürfnis oder aus welcher Entwicklung heraus die Fragen der Kinder und Jugendlichen an sie gestellt werden. 

Die kindliche Neugier auf den eigenen Körper hat eine vollkommen andere Qualität als die von Erwachsenen. Wenn das bewusst ist, gelingt es auch besser, die jungen Menschen in ihren Entwicklungsschritten sensibel, altersgerecht und ohne vorschnelle Deutungen zu unterstützen. Erwachsene sind dabei Vorbilder, immer und überall. Kinder haben das Recht „Ja“ oder „Nein“ zu sagen. Es gilt mit Sprache und Dialog zu begleiten, eine Umgebung zu gestalten, in der gelernt wird, dass auch Beispielsweise ein „Nein“ zum Kuss der Oma und zum Umarmen des Onkels okay ist. Und es ist Aufgabe der Erwachsenen, ihnen das beizubringen und sie dabei ernst zu nehmen. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch. 

Sexualerziehung ist mehr als bloße Aufklärung und Information, die vermittelt wird. Sie findet nicht punktuell oder gar nur einmal statt. Sexualerziehung braucht aus Sicht der LebensSpuren eine grundlegende Haltung bei der Vermittlung im Alltag.

Ein herzliches Dankeschön an die Referent*innen der pro familia in Mainz aber auch an alle Kooperationspartner*innen und Mitarbeiter*innen der LebensSpuren für ihr persönliches Mitwirken an diesem inspirierenden Tag.